Gartentipps für vor dem Frühling

Mit dem März kommt das Leben zurück in die Gärten.

Das kann zum Beispiel in der Natur beobachtet werden:

  • Das Gras auf der Wiese und das Beikraut im Gartenbeet wird wieder grüner und beginnt zu wachsen.
  • Die Knospen der Bäume und Sträucher werden dicker. Wenn man sie aufschneidet, kann man den Blütenansatz und die Blätter entdecken.
  • Die Amphibien erwachen aus der Winterstarre, beginnen sich zu paaren und die ersten Laiche können in den Pfützen und Teichen entdeckt und beobachtet werden.
  • Weiden haben bereits mit Blühen begonnen. Die männlichen und weiblichen Blüten der Weide sehen beim genauen Hinschauen unterschiedlich aus. Wenn man jetzt unter eine blühende Weide steht, kann man das Summen der Bienen hören. Die männlichen Kätzchen sind meist silbrig / gelb und weiblichen scheinen grünlich. Sie befinden sich nie auf derselben Pflanze bzw. demselben Baum. Weiden sind getrenntgeschlechtlich und zweihäusig.
  • Viele Zwiebelpflanzen und Frühblüher blühen bereits oder haben ihre Blätter aus dem Boden gestossen. Bei Schneeglöckchen, Krokus, Bergenien, Primeli u.v.m. kann man die Blüten entdecken und z.B. die Tulpen, Osterglocken und der Bärlauch machen sich mit ihren Blättern bemerkbar.

Das gibt es im Garten zu tun:

  • Jetzt ist ein sehr guter Zeitpunkt zum Jäten. Die Wurzeln der Pflanzen sind noch geschwächt durch den Winter und lassen sich so einfacher ausreissen.
  • Mulch und Beete abräumen: Beete müssen erst direkt vor der Pflanzvorbereitung abgeräumt werden. Fast verrottetes Pflanzenmaterial kann mit dem Kräuel in den Boden eingearbeitet werden. Es ist nicht nötig, die Beete zu «putzen». Alles Pflanzenmaterial, welches auf dem Beet liegt, dient als Mulch und kann bis zum Schluss liegenbleiben und sich noch zu guter Erde abbauen. Ungenutzte Beetfläche soll grundsätzlich immer mit Pflanzenmaterial (Mulch) gedeckt sein.
  • Beetvorbereitung: Wenn immer möglich, die Beete erst kurz vor dem Pflanzen und Säen vorbereiten. Falls Beete vorbereitet aber nicht bepflanzt werden, kann Gründüngung wie Phazelie oder Spinat gesät werden.
    So wird’s gemacht: Den Boden mit der Grabgabel lockern (nicht umstechen/drehen usw.), mit dem Kräuel hacken und ausebenen. Eine Durchmischung der Bodenschichten vermeiden. Je nach dem, was im Beet wachsen soll 3 -10cm Kompost in den Boden einarbeiten. Z.B. Salat und Blumen 3cm und Kartoffeln 10cm, je nach Nährstoffbedarf der Pflanzen.

Aussaaten im März

  • alle Aussaaten mit einem Vlies decken und regelmässig kontrollieren, ob gegossen werden muss. Das Vlies kann entfernt werden, wenn die zweiten Blätter nach den Keimblättern gewachsen sind.
  • Es gibt von einigen Gemüsen frühe Sorten. Achte auf die Angaben der Samentüte! Es steht meist «Aussaat im Freiland ab…»
  • Im März kann folgendes im Freiland gesät werden: Erbsen, Puffbohnen, Kefen, Kresse, Kerbel, Radisli, Rettich, Rucola, Rüebli, Nüsslisalat, Peterli, Schnittlauch, Spinat.
  • Im März kann folgendes im Frühbeetkasten gesät werden: Lauch, Kohlrabi, Salate
  • Folgende Pflanzen können auf der Fensterbank vorgezogen/gesät werden: Basilikum, Sellerie, Peperoni, Auberginen, Chili, Tomaten, Sommerblumen
  • Es können auch Zwiebeln, Schalotten und Knoblauch gepflanzt werden. Sie können übrigens gut zwischen die Erdbeeren gepflanzt werden – sie helfen sich gegenseitig gesund zu bleiben. Beim Knoblauch werden die Zehen einzeln in die Erde gesteckt.
  • Ableger von Erdbeeren können jetzt verpflanzt werden. Erdbeerenpflanzen sollten jeweils nach 3 Jahren erneuert werden. Entweder mit Ableger der eigenen Pflanzen oder mit neuen Setzlingen. Dafür sollte ein neuer Ort gewählt werden. Erst nach 4 Jahren Pause können am gleichen Ort wieder Erdbeeren gepflanzt werden.
  • Für mehrjährige und winterharte Kräuter, Blumen und Gehölze ist der Frühling ein idealer Pflanzzeitpunkt. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, dass die Kräuter in der Schweiz produziert wurden oder bereits an unsere Temperaturen angepasst (abgehärtet) sind. Kräuter, welche im Treibhaus oder z.B. in Italien produziert wurden, können bei Spätfrösten zurückfrieren.

Die Gartensaison planen

Pädagogische Planung: Damit im Schulalltag für den Schulgarten genügend Zeit besteht, empfehlen wir, die Bepflanzung und Nutzung den NMG-Themen anzupassen.

  • Welche Themen habe ich mit der Klasse geplant? Welchen Teil kann ich mit dem Schulgarten verknüpfen?
  • Welche Themen der anderen Fächer würden sich auch eignen?
  • Welche Kompetenz des LP21 lassen sich im Schulgarten erarbeiten?
  • Wie passt die Arbeit im Garten in meinen Semesterplan?

Beispiele:

  • NMG 1.3: möglichst viele verschiedene Gemüse anpflanzen – die Wünsche der SuS miteinbeziehen
  • NMG 2.1: Boden untersuchen, Versuche mit Pflanzen in der Anzucht und nachher im Beet mit wenig Dünger/Wasser usw. – ein Indianderbeet/Drei Schwestern anpflanzen und die Lebensgemeinschaft dieser Pflanzen kennenlernen
  • NMG 2.3: Entwicklung von Insekten beobachten. Wildbienen mit Futterpflanzen (Blumenwiese) Fenchel und Rüebli um Schmetterlinge anzulocken bzw. Raupen beobachten zu können.
  • NMG 2.4: Möglichst viele unterschiedliche Sorten von Kartoffeln oder anderem Gemüse anpflanzen. Nützlingsförderung rund ums Schulhaus, Futterstationen, Unterschlupf usw., Artenreiche Wiese ansäen
  • NMG 2.6: Im Garten arbeiten, die Pflanzen pflegen, genau beobachten – unterschiedliche Gemüsemischungen, Kräuterbeet usw. anpflanzen.

Gärtnerische Planung, ein mögliches Vorgehen:

  • Festlegen wie viel Fläche zur Verfügung steht und was darauf letztes Jahr gewachsen ist.
  • Themen vom Semesterplan und die Ideen im Garten dazu zusammenstellen.
  • Pflanzenzusammenstellung pro Beet definieren. Beete einteilen und planen.
  • Aussaatzeitpunkte und Pflanzzeitpunkte wählen. Keimdauer ist meist auf der Samenpackung beschrieben. Tendenziell eher den frühsten Aussaatzeitpunkt wählen.
  • Semesterplan erstellen. Aktionen im Garten festlegen und immer ein alternatives Datum frei behalten, je nach Wetter kann man nicht immer im Garten arbeiten. Unterhaltsarbeiten im Garten auch einplanen (jäten, giessen, ernten)
  • Pflegeplan für die Ferien und die Wochenenden zusammenstellen. SuS und Eltern können mithelfen.

 

Gemüsebeet Planung

Hinweis: Die Fruchtfolge zu beachten ist wichtig, da die Gemüse unterschiedliche und unterschiedlich viel Nährstoffe brauchen und gewissen Gemüse anfällig auf Bodenmikroorganismen sind.
Z.B. sollten nur alle 4 Jahre Kartoffeln ins selbe Beet gepflanzt werden.

Das Bild zeigt ein Beispiel einer möglichen Fruchtfolge.

Quelle: www.nabu.de